14. September 2023
Ab 6.30 Uhr gehen wir zum Frühstück und fahren anschließend von unserer Basisstation nach und nach mit dem Pickup ca. 3 km bis zum EMBRAPA-Institut!
Jetzt, kurz nach 9.00 Uhr, ist es sonnig und 31°C warm.
Christoph und Aleksander fahren zur EMBRAPA-Stelle in Santarem und informieren deren Leiterin, Lucietta, über unsere Amazonas-Expedition und stimmen letzte Fragen für die hier geplanten Untersuchungen ab.
Nach einem Gruppenfoto fahren wir pünktlich um 10.00 Uhr mit drei Pickups ca. 50 km bis zu unserem Terra preta-Plot, wo wir eine Stunde später ankommen.
Auf der Fahrt dahin sehen wir neben kleineren Resten von Regenwald auch riesige Maisfelder und Agro-Industriekomplexe. Das hat dazu geführt, dass der Bundesstaat Para die höchste Abholzungsrate in ganz Brasilien hat.
Wir erkunden den Terra preta-Plot, der nahe alter, hoher Mangobäume liegt, und legen die genaue Untersuchungsfläche fest. Dabei handelt es sich um einen jungen Sekundärwald. Der letzte Einschlag dürfte vor ungefähr 20 Jahren gewesen sein. Die Messinstrumente für die Luft- und Bodenmessungen werden nach dem mittlerweile eingeübten Verfahren aufgebaut und eingerichtet.
Zwischenzeitlich fährt unser Fahrer Relionan mit dem Pickup Aleksander, Reinhard und Diego zu einer EMBRAPA-Liegenschaft in Belterra, um Treibstoff und Motoröl zu holen.
Der Ort wurde zu Zeiten von Henry Ford gegründet, der in der Region Gummibäume anbauen wollte. Er unterscheidet sich mit seinen grün-weißen Holzhäusern deutlich von anderen. Ist zu dem sehr gepflegt, die Straße untypisch rötlich gepflastert.
Alles läuft reibungslos, nur unser Generator will zunächst wieder nicht mitarbeiten. Letztlich gelingt es jedoch Ithalo mit kräftigen Armzügen, die Arbeitsbereitschaft des Krachmachers dauerhaft herzustellen.
Es ist drückend heiß. Das Bohrteam sichtet daher heute nur die markierte Fläche. Insgesamt stehen dort 16 Bäume mit einem Durchmesser größer 10 cm, die morgen früh in Angriff genommen werden sollen.
Aleksander fährt mit Christoph und Tigi nochmals zur EMBRAPA-Außenstelle in Belterra, um mit Aleksanders Kollegen Lucas zu sprechen. Anschließend bringt er die beiden zurück zum Plot, wo sie über Nacht bleiben und in Hängematten übernachten werden. Dann lässt er sich zurück zur Basisstation bringen.
Auch dort ist noch einiges zu klären und zu organisieren; die Termine für die nächste Woche noch nicht alle fix.
Fest steht, dass wir am 21.9. die FACE-Anlage in der Nähe von Manaus besichtigen. Diese vom brasilianischen INPA-Institut betriebene und einem internationalen Konsortium finanzierte Anlage ist für die Erforschung des Klimawandels, insbesondere die Auswirkungen auf den Regenwald, von globaler Bedeutung. Weitere Termine sind in der Pipeline, müssen aber noch bestätigt und zeitlich koordiniert werden.
Gegen 20.30 Uhr gehen alle zu einem nahegelegenen Restaurant.
In gelöster Stimmung guten Mutes für die nächsten Tage findet der Tag dort seinen Ausklang.
Diese wird nur einmal kurz unterbrochen, als Aleksander der Runde mitteilt, sein EMBRAPA-Kollege habe sich Sorgen um Christoph und Tigi gemacht. Da diese kein Portugiesisch könnten, halte er es für möglich, dass es bei einem eventuellen Zusammentreffen mit Einheimischen zu Missverständnissen und Konfrontationen kommen könne. Lucietta habe daher vorsorglich die örtlich zuständige Militärpolizei über unsere Aktivitäten im Wald in Kenntnis gesetzt. Diese werde Streife fahren und nach dem Rechten sehen. Gut so!