28. August. 2023: Erster Forschungsstandort
Der Tag beginnt mit einem guten Frühstück pünktlich um 6.30 Uhr – viel Obst und landestypische Säfte, aber auch Bekanntes wie Weißbrot, Käse und Schinken!
Die Zeit drängt etwas: Um 7.30 Uhr werden wir mit unserem gesamten Gepäck im Hotel abgeholt.
Um 7.00 Uhr kommt Alexander mit seiner Wissenschaftlerin Claudia und seiner Tochter Caroline, die in Gießen studiert hat und deshalb auch deutsch spricht.
Wir packen alles ein und fahren kurz vor acht Uhr los.
Heute, am Montag, ist viel Verkehr in der Stadt.

Unser Fahrer von EMBRAPA fährt zunächst einen landestypischen Baumarkt an, um „WD40“ zu kaufen, das in einer unserer Alu-Kisten ausgelaufen ist. Im zweiten Laden bekommt er es. Obrigado!

Gerald beobachtet aufmerksam die Vegetation und macht Fotos von Mango-, Kokusnuss-, Ameisen-, Bananen, und Papayabäumen.
Um 8.30 Uhr überqueren wir die 3 1/2 km lange Brücke über den Rio Negro, der so breit ist, dass man das andere Ufer nicht sehen kann. Beeindruckend!

Die Fahrt geht weiter über eine z. T. dreispurig ausgebaute Schnellstraße – mit kleineren Verkaufsständen am Straßenrand. Dahinter sehen wir Pionierwald. Zunehmend wird die Bewaldung intensiver, die Bäume größer, immer wieder unterbrochen von lockerer Wohnbebauung.
15 Min später erreichen wir nach einem großen Militärfriedhof den Abzweig Caldeirao. Über die kurvenreiche, wellige zweispurige Straße erreichen wir nach weitern 10 Minuten um kurz vor 9 Uhr die Außenstelle des EMBRAPA-Instituts!
Here we are! Wieder alles ausladen!

Jakob und Gerald fotografieren die Bäume neben dem Institutsgebäude, u. a. Cashew-Äpfel. Die saftige Frucht schmeckt uns bestens!




Nachdem Aleksander, Christoph, Claudia und Caroline eingetroffen, die Ausrüstung geordnet und die drei Doppelzimmer bezogen sind, machen wir eine kurze Lagebesprechung, in der wir die einzelnen Arbeitsschritte nochmals durchgehen.
Die Terra preta-Fläche hier ist 9 ha groß, die Kontrollfläche mit „normalen Boden“ liegt etwas abseits (adjacent).
Es ist heiß, die Sonne brennt schon am Vormittag unerbittlich.
Regelmäßig zu trinken daher ein absolutes Muss!
Der Weg bis zur Untersuchungsfläche ist nur einige hundert Meter entfernt
Dort erklärt Alexander die wissenschaftlich gestützte Theorie zur Entstehung des Bodens.

Danach ist der Boden bis zu 7.000 Jahre alt. Zuvor war hier Savanne. Infolge eines Klimawandels wurde es hier feuchter und bewaldet. Menschen siedelten sich an und es entstand an bestimmten Stellen der jetzige humusreiche und fruchtbare Terra preta-Boden mit den vielen Keramikscherben hat daher eine unterschiedliche Zusammensetzung.
Die Fläche hier in Caldeirao liegt nahe am Fluss Solimoes (ca. 200m entfernt).
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse werden von den Indios nicht geteilt. Sie glauben, dass der Boden ohne Einwirkung von Menschen auf natürlichem Weg entstanden ist.
Wir fahren zu einem in der Nähe gelegenen Restaurant, Reinhold entdeckt unerwartet heimische brasilianische Holzkohle und strahlt wie ein Honigkuchenpferd!


Wir erkunden die Terra preta-Fläche und suchen eine passende Stelle für die Untersuchungen aus. Der Aufbau der Apparaturen geht dank der guten Vorbereitung zügig. Allerdings müssen wir den Elektroanschluss ändern.



Aber damit nicht genug! Als dieses Problem endlich gelöst ist und der Generator zunächst reibungslos läuft, fängt er nach einiger Zeit an zu stottern. Auch ein herbeigeholter Techniker kann das Problem vor Ort nicht lösen. Wir entschließen uns daher – auch mit Blick auf die Untersuchungen auf anderen Flächen – morgen früh in Manaus einen anderen zu besorgen. Somit ist die Untersuchung hier für heute beendet. Wir gehen bzw. fahren zurück zur Unterkunft. Claudia kennt ein Geschäft einige Kilometer enfernt. Dort holt sie Bier und Snacks. Danach fahren sie und Alexander zurück nach Manaus. Wir essen zu Abend, trinken ein letztes Bier und legen uns danach in die Hängematten bzw. auf die Liegen.
Der erste Tag „im Feld“ ist zu Ende!
