Skip to content

Tag 11: Erste Messungen nahe Itacoatiara

5. September 2023 – der Generator streikt

Um kurz nach 5 Uhr ist die Nacht zu Ende – frühstücken, einladen. Gegen 1/2 7 Uhr fahren wir mit unseren beiden Autos los zu unserer neuen Untersuchungsfläche, ca. 40 km von Itacoatiara entfernt. Wir tanken und nehmen ausreichend Wasser mit. Die Fahrt dauert, auch aufgrund des Straßenzustandes, der Bauarbeiten und der Stopps fast zwei Stunden. Das letzte Stück durch den Regenwald bis zum Wasser ist nicht ausgebaut.

Der Fischer, der uns mit seinem Boot übersetzen soll, wartet schon. Wir verstauen unser Gepäck darauf und setzen die wenigen hundert Meter über.

Auf der anderen Seite wartet Odai, der Bauer, dem das Land der Terra preta-Fläche gehört und begrüßt uns freundlich. Mit seinem Moped fährt er Reinhard und soviel Gepäck wie möglich zu der gut einen Kilometer entfernten, auf einer Anhöhe gelegenen Hütte, die für die nächsten Tage unsere Basis sein wird.
Was für ein herrlicher Blick auf den Flussarm und den dahinter liegenden Regenwald, der bis zum Horizont reicht!!
Man versteht, warum genau an dieser „top location“ Menschen früher gesiegelt haben.

Nach und nach treffen alle anderen mit dem gesamten Gepäck ein, auch der schwere Generator, der auf dem Weg hierher eines seiner beiden Räder verloren hat. Es sollte nicht das letzte Problem des Stromerzeugers an diesem Tag sein!


In der Basis begrüßen wir auch Filipe, der zusammen mit Odai hier wohnt und das umliegende Weideland bewirtschaftet und die Kuhherde hütet. Mit den beiden teilen wir uns die nächsten Tage die Hütte.


Wir richten uns ein und entscheiden in Abstimmung mit Aleksander, das wir bis zum vorgesehenen Untersuchungsende am Donnerstag (7.9.) das gesamte deutsche Team hier bleibt und nicht – wie zunächst vorgesehen – nur Gerald und Ithalo.
Aleksander fährt daher mit Christoph, Ithalo, Diego und Ismael nochmal zurück nach Itacoatiara und holt das Gepäck. Einen Teil deponieren sie im Haus der Eltern v Diego, der aus Itacoatiara stammt. Die anderen transportieren bei drückend heißer Hitze, deutlich über 40 °C, das Equipment für das Untersuchungs-Setup auf die Terra preta Fläche, die einige hundert Meter von unserer Basis entfernt liegt. Auch der Generator, der zwischenzeitlich nicht mehr gefahren werden kann, weil ein Rad ab ist, muss dorthin getragen werden.

Um 11 Uhr steht alles und die Messungen beginnen.
Auch das Bohrteam hat die ersten Baumproben gezogen. Das Holz ist insgesamt härter als auf dem ersten Plot in Caldeirao. Wir verwenden ausschließlich den blauen Bohrer für harters Holz. Auch die Anzahl der Bäume auf der Fläche, von denen aufgrund ihres Durchmessers von mehr als 10cm Stammholzkernproben gezogen werden müssen, ist höher.


Nach dem Mittagessen (Schnitzel, Bohnen, Salat, Reis), das Ithalo, Diego und Ismael vorzüglich gekocht haben, setzen wir ab 15 Uhr die Arbeiten bis zum Einbruch der Dunkelheit fort, Dazu gehört auch die Foto- und Videodokumentation der faszinierenden Flora und Fauna, die immer wieder Überraschungen bietet, wie man – wenn man erstmals hier ist allenfalls aus Berichten oder Lehrbüchern kennt – große, bunte Vögel und Schmetterlinge, Stabheuschrecken, Spinnen und Ameisen verschiedenster Art.

Jakob und Reinhold wollen sich zu Fuß eigentlich nur das Flussufer ansehen, werden von Felipe aber promt in ein Kanu gesetzt und über den Fluss gepaddelt – was für ein Erlebnis!!!

Erst nach Einbruch der Dunkelheit ist Akexander mit den anderen zum zweiten Mal aus Itacoatiara zurück.
Mit Kopflampen tragen alle das Gepäck hoch zur Basis.


„Der Generator ist aus!“
Nach der Reparatur durch die EMBRAPA-Mitarbeiter in Caldeirão und des danach störungsfreien Betriebs waren wir zuversichtlich, das Problem dauerhaft gelöst zu haben. Das war – leider – eine Fehleinschätzung!


Mit dem von uns mitgeführten in den in der Basis Werkzeug versuchen Reinhold, Gerald und Tigi bis spät in die Nacht zu lösen. Das Problem lässt sich nicht eindeutig verorten. Die üblichen Maßnahmen – Reinigung von Zündkerze, Kraftstofffilter und des Vergasers – helfen nur für eine kurze Zeit. Für heute sind daher die entsprechenden Messungen nicht möglich.


Alle sind enttäuscht, die Stimmung ist im Keller. Da helfen auch das Gewitter und der tropische Regenguss, der etwas Kühlung bringt, nicht weiter.


Wir spielen verschiedene Szenarien durch.
Dazu gehört auch nochmals die Frage, ob wir die Geräte mit Batterie und Solarenergie betreiben können. Wir hatten das verwerfen müssen, weil die verfügbare Technik vor Ort nicht die erforderlichen Leistungsparameter aufwies und sicher genug schien. Ggf. müssen wir diese Entscheidung vor dem Hintergrund der aktuellen Erfahrungen nochmal neu bewerten.
Vorrangig hoffen jedoch, dass es uns morgen gelingt, den Stromerzeuger wieder flott zu kriegen.